UPCOMING: Ins Hirn des Feindes kriechen – Neues Buch über exilösterreichische US-Kampfpropagandisten

by ftraussnig

Und wenn auch nur eine Kompanie Soldaten vor der letzten Kanonade die Hände hob, auch nur eine Stadt verschont blieb, dann ist es schon etwas gewesen, und das geringste war es nicht. (Stefan Heym, exildeutscher Sharpe Boy und Psychokrieger der US Army, über den Sinn amerikanischer Kampfpropaganda im Zweiten Weltkrieg)

In its stripped down form, then, our mission was to inform, comfort, and convince. In certain situations in limited battle, we would be using vocal persuasion – a human, rather than bestial behavior. We would be substituting words for gestures. (Leon Edel, amerikanischer Sharpe Boy und Mitglied der Third Mobile Radio Broadcasting Company)

Viel Papier [– aber] etwas bleibt doch haengen. (Friedrich Zöller, deutscher Kriegsgefangener, berichtet dem exilösterreichischen Sharpe Boy und „Moralverhörer“ Emanuel Rapoport von der Wirkung der US-Propaganda auf seine Kameraden)

[They are] aggressively imaginative and administratively irresponsible symbol-manipulators, representing the war’s disorganized „characters“. (Daniel Lerner über die krassen Kampfpropagandisten)

Zum Buch:

Vor Hitler geflohen, landeten im Zweiten Weltkrieg 41 Exilösterreicher in Camp Sharpe, einer Propagandaschule der US-Armee bei Gettysburg. An der Front versuchten diese „Sharpe Boys“ als findige Psychokrieger ins Hirn des Feindes zu kriechen: so führten sie mit deutschen Kriegsgefangenen „Moralverhöre“ durch; texteten faktennahe Flugblätter für die Landser; riefen diese via Lautsprecher zur Desertion auf und schufen dramatische Rundfunk-Hörspiele. Nicht kriegsentscheidend, aber kulturell spannend!

Als Bonus berichtet Gastautor und “Ritchie Boys”-Projekt-Partner Robert Lackner im Anhang meines Buchs über die anderen österreichischen “Ritchie Boys” im Hauptlager Camp Ritchie sowie über ihre Verhöre von deutschen Kriegsgefangenen an der Front.

Pressestimmen:

Die schillernden Memoiren der wenigen überdeckten (…) die Geschichten der vielen. Das änder[t] nun die Studie (…) von Florian Traussnig. (Andreas Kranebitter, “Die Presse”)

Künstler, Exzentriker und Widerstandskämpfer als psychologische Geheimwaffen der US-Armee (Caecilia Smekal, ORF)

Das ist “die faszinierende Geschichte jener Österreicher, […] die sich in die US-Army eingliederten, um gegen Nazi-Deutschland zu kämpfen.” (Armin Thurnher, Vorab-Kommentar zum Buchprojekt, “Der Falter”)

Austro-Psychokrieger[:] Psychologische Tricks [und] spektakuläre Operationen. (“Austria Presse Agentur”)

Ausgesprochen kriegerische Gestalten scheinen das […] nicht gewesen zu sein. (Günter Kaindlstorf,Ö1)

Diese [US-]”Feindpropaganda” war aufgrund der laufend aus den Verhören deutscher Gefangener gewonnenen Informationen durchaus realitätsnah. (Doris Griesser, Vorab-Bericht zum Buchprojekt, “Der Standard”)

Weitere Infos: