Florian Traussnig

OPEN ACCESS: New Database on Austrians who served in the US Military Intelligence Service

Between 1942 and 1945, 493 Austrians were trained at the Military Intelligence Training Center (MITC) in Camp Ritchie, MD and Camp Sharpe, PA, including well-known artists and intellectuals such as Hollywood producer Eric Pleskow or singer-songwriter Georg Kreisler. This is the result of a study by historians Florian Traussnig and Robert Lackner, which is based on the examination of thousands of personal files at the US National Archives.

Most of the Austrians specialized in interrogation of prisoners of war. “As the spoke the language of the enemy, they represented an incredible asset for the US Army”, says Lackner. A smaller group concentrated on combat propaganda. “These men tried to get into the minds of the Germans in order to make them give up the fight”, Traussnig explains. To both groups, the authors dedicate a separate scientific publication, which sheds light on the spectacular wartime experiences of these “Ritchie Boys” and “Sharpe Boys” respectively.

Both books will be published in the course of the next year; the database, however, is already available online. Lackner and Traussnig: “We hope, it will give impetus to further research in the field of exile, intelligence and military studies as well as sociology and genealogy.

For access to the database, see here: for the full press release and selected statistics, see here

Intelligence “Staff Duties” as trained in Camp Ritchie (US National Archives)

(The project was funded by the Jubilee Funds of the Austrian National Bank and the Future Funds of the Republic of Austria.)

 

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Interview mit alumni uni graz über meine Forschungen und mein aktuelles Buch

“Mit Wienerliedern und Pornos gegen das NS-Regime” – Österreicher als US-Propagandisten im Zweiten Weltkrieg

Erst wann’s aus wird sein / Mit all dem viel’n Heil-Hitler schrei’n / … Dann gehen wir durch Grinzing, Währing / Die Butter essen wir und nicht Herr Göring / s’gibt kann Hitlerplatz, / für Gmütlichkeit gibt’s kann Ersatz (Arthur Steiner, Wiener Journalist, NS-Gegner und Mitarbeiter der “American Broadcasting Station in Europe”, wendet sich an österreichische Hörer in Hitlerdeutschland)

Muss ich so enden wie Loisl vor Stalingrad? (Tagebucheintrag des österreichischen Wehrmachtssoldaten Franz Schön, nachdem er an der Front eine beunruhigende Propaganda-Lautsprecherdurchsage der Amerikaner gehört hat)

Propaganda is an art requiring special talent. It is not mechanical, scientific work. (Leo Bogart)

… weiterarbeiten, weiterkämpfen, weiterleben bis zur Morgenröte besserer Tage. (Chaim Weizmann) 

Zum Buch:

Hunderte Exilösterreicher nahmen im Zweiten Weltkrieg aktiv an der „psychologischen Kriegsführung“ der USA teil. Als Mitarbeiter von zivilen, militärischen und geheimdienstlichen US-Propagandainstitutionen richteten sie ihre Aktivitäten im Krieg der Worte, Klänge und Bilder vor allem gegen Hitler-Deutschland, aber auch an österreichische Empfänger. Die exilösterreichischen Propagandisten – dazu gehörten etwa die vom Kriegsgeheimdienst Office of Strategic Services als „verführerische Radiostimme“ eingesetzte Sängerin Vilma Kuerer, der für das Propagandaamt Office of War Information als Plakatkünstler tätige Henry Koerner, oder der von der US-Armee als Nachrichtenoffizier verwendete Jacob Tennenbaum – konnten auf diese Weise ihre oft beachtlichen kulturellen, sprachlichen und kreativen Fähigkeiten auf Seiten der amerikanischen „Anlehnungsmacht“ einbringen. Florian Traussnig veranschaulicht den von außen geleisteten, geistigen Widerstand gegen das NS-Regime durch kriegsbiografische Fallstudien und vertieft diese mit kulturwissenschaftlichen und (bild-)sprachlichen Detailanalysen zu den verschiedenen Spielarten der „weißen“ und „schwarzen“ US-Propaganda.

Florian Traussnig erweitert unseren Blick für die Spektren des Widerstands. (Peter Steinbach“Frankfurter Allgemeine Zeitung”)

Für dieses Unternehmen arbeiteten Österreicher aller politischen Überzeugungen zusammen. (Niko Wahl, “Die Zeit”)

Der Band besticht nicht nur durch die Fülle an Material, das der Zeithistoriker da zusammengetragen hat, er beeindruckt auch durch die umsichtige Form der kritischen Gewichtung, die Traussnig vorgenommen hat. Ein wichtiges Buch. (Günter Kaindlstorfer, Radio Ö1)

… ein interessanter Beitrag zur Propagandageschichte des Zweiten Weltkriegs. (Hans-Werner Scheidl, “Die Presse”) 

Sogar Wienerlieder wurden verteilt, süß ideologisch gegen “Piefkes” … Begierig lernt man dazu. (“Kurier “)

Traussnig analyzes […] texts and cartoons from a visual and textual linguistic perspectives and adds semiotic sophistication to the deeper reverberations of […] propaganda material. (Günter Bischof, Vorab-Rezension über einen Aufsatz/späteres Buchkapitel“H-Diplo”)

Hervorragend ist […] Florian Traussnigs Talent, der Geschichte die spannendsten, menschlichsten Geschichten zu entlocken. (Elisabeth Peutz, “Kleine Zeitung”)

… Mit Wienerliedern und Pornos gegen das NS-Regime. (“Die Presse”

[Diese Propaganda-]Aktionen hatten […] vor allem moralische Bedeutung. (ORF.at/APA) 

… eine schillernde Gruppe von Exilösterreichern (Doris Griesser, Vorab-Bericht übers Buchprojekt, “Der Standard”)

Nazis portrayed as hairy monkeys … (Allan Hall, “Daily Mail”)

 

“Im Arlberg-Stil gegen Hitler”: Österreicher in US-Armee und Kriegsgeheimdienst im Zweiten Weltkrieg

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Als Kafkas Mistkäfer hatte ich die Alte Welt verlassen, als Gary Cooper kehre ich wieder. Die Reconquista hat begonnen, meine höchstpersönliche Rückeroberung … (Georg S. Troller, ironiefähiger US-Soldat)

[D]ie noch vor kurzem aus Europa Eingewanderten, [könnten] eine besondere Mission in diesem Krieg […] erfüllen […]: Nicht nur die Verteidigung ihrer neuen Heimat, der U.S.A., nicht nur die Zerstörung des Hitlerregimes, sondern auch die Befreiung ihrer alten Heimat aus den Fesseln jahrhundertealter Vorurteile. Ich glaube, sie sind ideal gerüstet, Mittler zwischen Amerika und Europa zu sein. (Leo Lania, Journalist, über den Kriegsdienst seines Sohnes in der US Army)

Das ist kein Ruhmesblatt in der Geschichte dieser neu gegründeten Republik. (Michel Cullin, Diplomat, über die Anfeindungen, die ein Exilösterreicher nach 1945 in seiner vom Nationalsozialismus befreiten Heimat erfuhr, weil er die „Uniform des Feindes“ getragen hatte)

Zum Buch:

Während des Zweiten Weltkriegs dienten tausende Österreicher – meist Geflohene vor dem Nationalsozialismus – im Kriegsapparat der USA. Neben der US-Armee hatten vor allem die Geheimdienste, wie das subversiv agierende „Office of Strategic Services“, österreichische Exilanten in ihren Reihen. Österreicher kämpften in amerikanischen Divisionen und nahmen als Wehrmachtsdeserteure an riskanten Geheimdiensteinsätzen teil. Der Widerstandskampf im Exil wurde unter dem Dach der amerikanischen „Anlehnungsmacht“ und oft mit hohem persönlichem Risiko geführt. Florian Traussnig liefert eine Zusammenschau des Forschungsstands und wirft biografische Schlaglichter auf die Beiträge, die die Vertreter des „anderen Österreich“ im Kampf gegen Hitler-Deutschland und bei der Befreiung ihres ehemaligen Heimatlandes geleistet haben.

Im Arlberg-Stil gegen Hitler […] [Dieser] Beitrag zur Niederschlagung des Nationalsozialismus ist heute in Österreich weitgehend vergessen. (Niko Wahl, “Die Zeit”

Florian Traussnig ist eine quellengesättigte, klar strukturierte und flüssig erzählte Schilderung eines wichtigen Teilaspekts des österreichischen Widerstands im weiteren Sinne gelungen. (Winfried Heinemann , “Militärgeschichtliche Zeitschrift”)

 … auch für zeitgeschichtebegeisterte Normalleserinnen und -Leser eine spannende und lohnende Lektüre. […] Wenn man über die österreichische Innenpolitik des Jahres 2016 schimpft, sollte man dann und wann daran denken, unter was für gewaltigen Opfern diese – fehlbare – Demokratie erkämpft worden ist. Florian Traussnigs Buch erinnert daran – kein geringes Verdienst. (Günter Kaindlstorfer, Radio Ö1)

Ein äußerst interessantes Buch, das flüssig zu lesen [ist]. (“WIR Streitkräfte”)

… excellent … subtle … a careful biographic approach … a strong signal that ‘the new military history’ has arrived in Austria too … Traussnig has dug deeply into American archives to provide us with a number of compelling paradigmatic portraits of Austrians who fought in the U.S. Army and served in the OSS. (Günter Bischof, Contemporary Austrian Studies)

Florian Traussnigs Untersuchung ist ein wertvoller Beitrag zur Erhellung des österreichischen Widerstands in amerikanischen Uniformen. (Hans-Werner Scheidl, “Die Presse”)

… ein sehr engagiert geschriebenes Buch mit viel Lust an kulturwissenschaftlichen Interpretationen (Peter Pirker, “Journal for Intelligence, Propaganda and Security Studies”)

…  ein wertvoller Beitrag zur späten und überfälligen Anerkennung dieses Widerstands von außen. (Gisela Hormayr, “DÖW-Mitteilungen”)

… als Anstoß für zukünftige Gedenkarbeit wärmstens empfohlen (Werner Anzenberger, Rede: “Diktaturen. Krieg. Vernichtung – Chancen regionaler Gedenkkultur”)

 

The US Army’s Creativity Lab – Camp Ritchie and its Austrian Trainees in World War II

Christian Bauer, The Ritchie Boys (2004), © Tangram Christian Bauer Filmproduction/Camp Ritchie Productions Inc.

Alfred Diamant (second from left) with Airborne Soldiers prior to the D-Day Landings, 1944 (still picture from the documentary The Ritchie Boys (2004), © Tangram Christian Bauer Filmproduction/Camp Ritchie Productions Inc.)

“[I]n the middle of 1943, somebody must have pulled out my punch card and seen my language skills and so I was sent to Camp Ritchie, Maryland, the Military Intelligence Training Center, […] and after a three month course […], a group of us were eventually sent overseas […] to […] get ready for the invasion [of France in June 1944]. We represented a very new skill for the US army and nobody would quite know how it would work out.”

That is how Alfred Diamant describes the way in which he was selected for training in this very special facility of the US Army. The Military Intelligence Training Center (MITC) at Camp Ritchie, situated against a lakeside picturesque backdrop of the Blue Ridge Mountains of Maryland, plays an almost mythical role in American military and intelligence history.  Learn more about the Genesis of Camp Ritchie and the fate of two Austrian Ritchie Boys and read the full article here

The Gallant Story of an Unlikely Soldier – Karl Frucht

 

Bookcover-Photo by A. Oppermann 

[This is] the gallant story of Sgt. Karl Frucht who […] organised an escape route through France and Germany for trapped German, French and Czech Jews, mostly artists and intellectuals, and brought this experience to bear on his subsequent interrogations of German prisoners-of-war during his service in American Military Intelligence. (Guy Stern, Professor for Literature and World War II Veteran)

Take the Jew Karl Frucht, born in Brno/Brünn, who went to law school in Vienna. He worked as a writer in Vienna and in his Paris exile after the “Anschluss” before he managed to get to safety in New York. Frucht, like many of his fellow Austrian exiles, was trained to interrogate German Prisoners of War in Europe. The tactical and operational information they gathered in France after the Normandy invasion was helpful to the U.S. Army as they advanced into Germany (Günter Bischof, Professor of History at the Center Austria, New Orleans)

We Were a team of six—four enlisted men and two officers. All of us were foreign born, all were now Americans, though none of long standing. Ours was part of a larger team which was in turn part of another, still larger one: the First United States Army. In a year’s time we checked off more than a million Germans behind barbed wire, not counting the dead ones on the roads to the PW enclosures. (Karl Frucht about his wartime service)

Personal History Card of Karl Frucht, Military Intelligence Training Center Camp Ritchie (US National Archives)

In my book Military Resistance from the Outside. Austrians in the US Army and Intelligence Services in World War II (which is written in German), I dedicate a chapter to the remarkable Karl Frucht – being a refugee from Nazi controlled Austria, this sensitive, idealistic and mild-mannered author and outspoken pacifist was a rather unlikely soldier of the US Army. As so called “Ritchie Boy” and member of an Intelligence Team with the 1st US Army, he interrogated hundreds of German prisoners on the western front. Here you can read his own wartime account in English in the “Commentary” Magazine

 

Die “Ritchie Boys” – Standard-Artikel über unser Forschungsprojekt

Unbenannt

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“Lerntafel” für zukünftige US-Nachrichtenoffiziere

Mehr als 2.500 Flüchtlinge aus Nazideutschland wurden in einem US-Camp in psychologischer Kriegsführung ausgebildet

Graz – Unter den Ausbildungslagern der U.S. Army, in denen Rekruten auf den Krieg gegen Hitlerdeutschland vorbereitet wurden, war Camp Ritchie wohl das ungewöhnlichste. Da wurde diskutiert statt kommandiert, geschrieben statt geschossen, und für die Verpflegung sorgte der ehemalige Chefkoch des New Yorker Nobelhotels Waldorf Astoria. Nicht gerade klassische Rahmenbedingungen für eine militärische Ausbildungsstätte – aber schließlich waren auch die Camp-Insassen alles andere als typische Rekruten. Hier geht’s zur Vollversion